Vorsprechen in der Schauspielschule: 10 Punkte, die du beachten solltest.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin

An einer Schauspielschule vorsprechen kann schon mal richtig  frustrierend sein. Manche Schulen geben keine Informationen, warum Anwärter*innen weiterkommen oder rausfliegen. Es kann also gut sein, dass es nicht nachvollziehbar ist, warum der Versuch nicht geglückt ist. Um euch einen Anhaltspunkt zu geben was die wichtigsten Kriterien sind, haben wir hier 10 Punkte zusammen gestellt, die ihr beim Vorsprechen zeigen solltet.

An der Schauspielschule vorsprechen erfordert
Spielfreude Flexibilität Mut Textkenntnis Stückkenntnis Vielseitigkeit Improvisationstalent Artikulation Offenheit Talent

1. Spielfreude

Eine der wichtigsten Eigenschaften überhaupt. Du solltest Spaß am Spielen haben. Überleg dir, wann du Menschen am liebsten zuschaust. Meistens dann, wenn man die Begeisterung sehen kann für das, was sie tun. Der Spaß auf der Bühne überträgt sich schnell auf die Zusehenden. Wenn du es schaffst, trotz der Stresssituation Spaß zu haben, wirst du sicher einen Eindruck hinterlassen.

2. Flexibilität und Freiheit

Es kommt nicht selten vor, dass man während des Vorsprechens von den Dozenten unterbrochen wird. Euch werden neue Anweisungen gegeben, die komplett konträr zu euren geprobten Farben sein können.  Hier sollte sich eure Flexibilität zeigen. Wenn ihr das von euch geprobte nicht sofort abschütteln könnt, wird das weiterkommen schwer. Lasst los und lasst die Figur frei. Das könnt ihr übrigens auch schon in den Proben für das Vorsprechen trainieren. Folgt euren Impulsen und legt nicht zu viel fest. Spielen bedeutet ins Risiko zu gehen und nicht immer zu wissen, was passieren wird.

3. Mut (alles zu investieren)

Wer sich hinter seiner Rolle versteckt, anstatt alles zu investieren, um sie lebendig werden zu lassen, wird ebenfalls schlechte Karten haben. Versucht nicht vorzuspielen, sondern nutzt echte Emotionen, um echte Charaktere abzubilden. 
 

4. Textkenntnis (wissen, was man sagt und warum)

 Text aufsagen wie zu Grundschulzeiten ist keine Option. Um das zu vermeiden, solltest du genau wissen, was du zu wem sagst und warum. Wenn du weißt, was du mit dem Gesagten möchtest, fällt es auch wesentlich leichter, mit der Rolle zu verschmelzen.
 

5 Stückkenntnis

Wir sagen es immer wieder gerne. Lest die Stücke, bevor ihr euch einen Monolog aussucht. Die Dozenten kennen die Texte meistens sehr gut und ihr steht in keinem guten Licht, wenn ihr inhaltliche Fragen zum Stück nicht beantworten könnt.

6. Vielseitigkeit (nicht nur einen Zustand spielen)

 Innerhalb eines Monologes gibt es verschiedene Momente zu spielen. Auch wenn Romeo und Julia in ihren Monologen als Überthema verliebt sind. Zeigt sich das Gefühl verliebt-sein, in verschiedenen Emotionen. Überlegt euch, durch welche Emotionen sich das Gefühl ausdrückt und spielt diese Emotionen. Man kann Liebe zum Beispiel auch durch Wut spielen. Nutzt verschiedene Wege, um zum Ziel zu kommen. Umwege verbessern die Ortskenntnis.

7. Improvisationstalent

Was ist Improvisationstalent überhaupt? Improvisation heißt nicht, dass man besonders originelle Einfällen haben sollte. Vielmehr ist es die Kunst, den Kopf auszuschalten. Nicht zu überlegen, was man jetzt spielen soll. Sondern sich einfach auf die eigenen Impulse und die Angebote der Mitspielenden zu verlassen. Kopf aus und losspielen.

8. Sprachverständlichkeit

Das klingt offensichtlich, ist aber manchmal gar nicht so leicht. Eine gute Artikulation lässt eure Zuschauer und Zuschauerinnen besser an euch anknüpfen. Die Sprache ist ein Weg zur Persönlichkeit. Nutze die Kraft der Sprache.

9. Offenheit für Spielpartner*innen und das Publikum

Schauspiel lebt davon, von Mitspielenden abzunehmen. Verlasst euch auf die Angebote euer Kolleg*innen. Das Spiel entsteht durch das Miteinander und nicht dadurch, dass jeder sein eigenes Ding spielt. Auch auf das Publikum kann man achten. Die Energie im Raum kann sich durch überzeugendes Spiel komplett verändern. Fühlt dem nach, um euer Spiel zu perfektionieren.

10. Talent

Was ist Talent überhaupt? Im Grunde verbindet Talent alle vorherigen Punkte. Natürlich kann es sein, dass euch bestimmte Punkte schwerer fallen, als andere. Macht euch deshalb nicht verrückt. Es ist nicht notwendig, dass ihr alle Punkte perfekt umgesetzt kriegt. Ihr seid ja noch keine Profis. Aber wenn manche Punkte nur kurz aufblitzen, sollte sich euer Talent zeigen. Und damit kommt ihr eurem Traum vom Schauspiel einen großen Schritt näher.
 
Für die Schauspielschule vorsprechen

Vorsprechen an der Schauspielschule: FAQs

Welcher Punkt ist der Wichtigste für das Vorsprechen?

Jeder Punkt ist auf seine Art sehr wichtig. Die Schauspielschulen werden mit Sicherheit sagen, sie achten einfach nur auf Talent. Meistens ist die Aufnahme aber auch eine Typsache, denn die Hochschulen wollen ein vielseitiges Ensemble zusammenstellen. Wir würden euch empfehlen am meisten auf Flexibilität/Freiheit, Spielfreude und Mut zu achten. Und natürlich nicht verzweifeln, wenn es nicht sofort klappt. Scheitern gehört dazu.

Warum geben nicht alle Schauspielschulen Kritik?

Jede Schule nutzt ein eigenes Aufnahmesystem. Manche Schulen nehmen sich viel Zeit, um neue Bewerber*innen kennenzulernen. Andere Schulen geben sich nur eine Woche Zeit, um ihren zukünftigen Jahrgang auszuwählen. Das ist nicht viel Zeit, da bleibt nicht viel Zeit ein Feedback zu geben. Solltet ihr die erste Runde überstehen, solltet ihr aber nicht nur eurem Traum, sondern auch einer konstruktiven Kritik näher kommen.

Mir fallen einzelne Punkte besonders schwer. Was kann ich jetzt tun?

Trainieren und Proben. Wenn du weißt, was deine Problembereiche sind, kannst du effektiv an diesen arbeiten. Stelle dir Aufgaben, um die Bereiche zu fördern. Oder hol dir professionelle Hilfe, mit privatem Schauspielunterricht. Falls du generell Schwierigkeiten hast einen Monolog zu erarbeiten, nutze doch unseren Video-Monolog Crashkurs

Kurz vorm Vorsprechen?

Lerne im Spielflow Crashkurs, wie du in 5 einfachen Schritten einen Monolog entwickelst!